Wird der US-Dollar allen Marktweisheiten zum Trotz zinsbullisch werden?
Economical News
USD
Gestern erfuhr der Dollar gemischte Ergebnisse gegenüber einer Reihe seiner Währungsgegner. Trotz eines beachtlichen Rückgangs der Arbeitslosenerstanträge, die im Gegensatz zu den 404.000 Anträgen der Vorwoche bis auf 346.000 in der Woche bis zum 5. Juli fielen. Am Donnerstag erreichte der US-Dollar gegenüber dem EUR ein Wochentief. Am Morgen war an der New Yorker Börse auch zu erkennen, dass der Dollar gegenüber dem Yen ebenfalls abrutsche.
Zu Beginn des gestrigen Handelstages verhalfen die positiven Ergebnisse der Arbeitslosenzahlen dem Dollar zu einem Zugewinn. Gegen den EUR verlor der Dollar jedoch und fiel von 1.5710 auf 1.5699. Gegenüber dem Yen stieg der Dollar von zuvor 107.25 auf 107.41. Allerdings waren diese Zugewinne hinfällig, als Sorgen um die wiederauflebende Hypothekenkrise aktuell wurden, nachdem bekannt wurde, dass die beiden größten Hypothekenbanken und Immobilienfinanzierer der USA Fannie Mae und Freddie Mac vor einem möglichen Aus stünden. Des weiteren hielt US-Notenbankchef Bernanke eine Rede vor dem US-amerikanischen Kongress und bat um die Erwägung von verstärkter regulativer Befugnis über die Märkte. In seiner Erklärung forderte Bernanke dazu auf, ein Gesetz zu verabschieden, das die Zuständigkeit der Aufsichtsbehörden erweitert, US-Investmentbanken zu beaufsichtigen, um die Finanzmärkte zu verfolgen und zu kontrollieren. Ferner führt Bernanke zum zweiten Mal in dieser Woche an, dass eine solche Maßnahme von Nöten sei. Seine beharrliche Haltung könnte als dringlicher Bedarf nach einer Veränderung gedeutet werden.
Am heutigen Tag richten alle ihr Augenmerk auf die Handelsbilanz, die gegen 12:30 GMT veröffentlicht wird. Wirtschaftswissenschaftler prognostizieren ein Defizit von 62,5 Mrd. bei einem Rückgang von 1,6 Mrd. im Vergleich zu den 60,9 Mrd. des vorangegangenen Monats Juni. Außerdem wird heute die Herausgabe des Importpreis-Index erwartet, der Inflationsveränderungen importierter Güter misst und voraussichtlich bei 2,0% liegen wird. Eine weitere wichtige Veröffentlichung ist der Index des Preliminary Michigan Sentiment im Laufe der letzten zwei Monate abfiel und sich erwartungsgemäß auch in diesem Monat nach unten bewegen wird - möglicherweise bis auf 55.5. Händler sollten sich die heutigen Meldungen zu Nutze machen. Allem Anschein nach wird der US-Dollar seine nächsten Trends über seinen Marktwert, basierend auf der Handelsbilanz, beziehen.
EUR
Gestern erlebte der EUR einen Aufwärtstrend gegenüber den meisten seiner Währungsgegner. Er stieg um 0,2% auf 1.5778 und erreichte einen Wochenhöhepunkt bei 1.5800 gegen den US-Dollar. Die 15-Nationen-Währung stieg auch gegen den Yen auf: von 168.29 auf 169.16 am frühen Morgen. Zu den gestrigen Veröffentlichten gehören die italienischen Industrieproduktionen, die um 1,4% im Vergleich zum Monat Mai fielen. Auch die Zahlen der Industrieproduktionen Frankreichs fielen enttäuschen mit -2,6% aus, nachdem der Wert noch im April bei positiven 1,5% lag.
Des weiteren sagte die EZB gestern, dass der derzeitige Leitzins von 4,25% dabei helfen wird, eine bei 4% bestehende Inflationsrate zu senken. Erwartet wird eine Verminderung von bis zu 2%, bevor sich eine Beruhigung in 2009 einstellen wird. Damit wird es der Zentralbank möglich sein, eine mittelfristige Preisstabilität zu garantieren. Zum Ende des Berichts hielt EZB-Präsident Trichet eine zinsbullisch getönte Rede und betonte, dass es keinen Platz für Selbstgefälligkeit gäbe und dass die EZB resolut vorgehen werde, die Inflation, innerhalb des geplanten Zeitrahmens, zurückzubringen.
Für heute ist die einzige für die Eurozone anstehende Veröffentlichung der Deutsche Großhandelspreisindex, der die Inflationsrate auf den Großhandel bezogen misst und erwartungsgemäß auf 1,0% im Verglich zu den 1,4% im Mai verringern wird. Dies wird höchstwahrscheinlich unabhängig von den ansteigenden Rohöl und Benzinpreisen erfolgen. Händler sollten ihre Augen für Entwicklungen aus den USA offen halten. US-Indikatoren werden voraussichtlich die Richtung des EUR am heutigen Tag bestimmen.
JPY
Gestern hatte der Yen zu Beginn des Handelstages abfallende Trends gegenüber seinen Währungsgegnern zu verzeichnen. Gegenüber dem US-Dollar erfuhr der Yen einige Schwankungen und durchbrach die 107.00-Barriere, um sich im weiteren Verlauf in einer Spanne zwischen 106.25 und 107.75 zu konsolidieren. Der JPY verzeichnete einen starken Rückgang gegenüber dem EUR und notierte somit bei einem Wochentief von 169.16. Eine leicht pessimistische Haltung breitet sich in der japanischen Regierung aus, die erwartet, auch im Juli, fünf Monate in Folge, eine wirtschaftliche Flaute zu erleben. Offiziellen Berichten der letzten Monate zufolge scheint der Wirtschaftsaufschwung zu pausieren, denn jüngst stellen sich eher geschwächte Tendenzen ein.
Für heute stehen lediglich zwei Ereignisse auf dem japanischen Wirtschaftskalender. Industrieproduktionen werden aller Voraussicht nach stabil, bei einem Wert von 2,9% erwartet. Japans Household Confidence-Index wird ebenfalls veröffentlicht und höchstwahrscheinlich auf 31,5 fallen. Diese Zahlen könnten weiter zum derzeitigen Handelstrend des JPY beitragen.
Technical Analysis
EUR/USD
Auf der Forex-Tages-Chart lässt das EUR/USD-Paar eine offensive zinsbullische Bewegung innerhalb seiner engen Handelsspanne erkennen und nähert sich dabei einer starken Abstützung. Die Stunden-Chart zeigt eine vereinzelte Konsolidierung um die 1.5770-Marke. Die positive Neigung des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart unterstützt dieses gemäßigte zinsbullische Momentum. Kaufen auf Dips könnte eine gute Strategie für heute sein.
GBP/USD
Die 4-Stunden- sowie die Tages-Chart des GBP/USD deuten darauf hin, dass das letzte Wort zu diesem zinsbullischen Trend noch nicht gesprochen wurde, da sich dieses Währungspaar zur Zeit inmitten eines starken Aufwärtstrends befindet. Die Indikatoren der Stunden-Forex-Chart zeigen jedoch nach unten. Eine bevorzugte Strategie könnte lauten: Auf deutlichere Signale der Stunden-Charts zu warten.
USD/JPY
Dieses Paar wurde in den letzten Tagen in seiner Spanne gehandelt. Alle Oszillatoren auf der USD/JPY-Stunden- und 4-Stunden-Chart sind eher neutral. Es lässt sich keine eindeutige Richtung erkennen. Dennoch zeichnet sich auf der Tages-Chart des Slow Stochastic ein Kreuz, Tendenz fallend, ab, was darauf hinweist, dass fallende Kurse bevorstehen.
USD/CHF
Der Slow Stochastic der Forex-Tages-Chart ist rückgängig. Auf der 4-Stunden-Chart bestätigt der Slow Stochastic diesen Trend ebenso. Dennoch deuten die technischen Forex-Indikatoren der Stunden-Charts eine vereinzelte zinsbullische Korrigierung an. Demnach könnte Verkaufen mit eng gesetzten Stopps eine gute Strategie sein.
Wild Card
Rohöl
Es scheint, als sei das zinsbullische Momentum des Rohöls zurückgekehrt. Dieser Rohstoff bewegt nach oben, wobei noch so einiges Potential besteht. Alle technischen Oszillatoren der Stunden- sowie Tages-Rohöl-Charts geben zinsbullische Signale aus. Der nächste Richtpreis könnte hier heute bei $144 liegen. Forex -Händlern bietet sich nun eine gute Gelegenheit, diesem Markt wieder beizutreten.
Market Trend
| EUR/USD | GBP/USD | USD/JPY | USD/CHF | AUD/USD | EUR/GBP | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Daily Trend | ![]() |
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| Weekly Trend | ![]() |
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| Resistance | 1.5860 | 1.9860 | 108.20 | 1.0390 | 0.9700 | 0.8070 |
| 1.5830 | 1.9830 | 107.90 | 1.0360 | 0.9670 | 0.8040 | |
| 1.5800 | 1.9800 | 107.60 | 1.0330 | 0.9640 | 0.8010 | |
| Support | 1.5740 | 1.9730 | 106.80 | 1.0260 | 0.9570 | 0.7955 |
| 1.5710 | 1.9700 | 106.50 | 1.0230 | 0.9540 | 0.7915 | |
| 1.5680 | 1.9670 | 106.20 | 1.0200 | 0.9510 | 0.7825 |
Indicators
| Date | Time GMT | $€£¥ | Event | Period | Prev. | Forecast | Imp |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2008-07-11 | 04:30 | JPY | Industrial Production | m/m | 2.9% | 2.9% | ![]() |
Industrial ProductionMeasures the total value of output produced by factories, mines, and utilities. A rising trend has a positive effect on the nation's currency because high levels of production are a sign of a strong economy. Industrial Production reacts quickly to the ups and downs of the business cycle and can be a leading indicator of manufacturing employment, average earnings, and personal income. Traders pay special attention to Industrial Production because it's one of the few growth indicators that is produced directly by the Federal Reserve. | |||||||
| 2008-07-11 | JPY | Household Confidence | 34.1 | 31.5 | ![]() | ||
Household ConfidenceMeasures the mood of households in regard to economic conditions. The reading is derived from a monthly survey that asks households to evaluate the prospects for the economy in the future. Higher readings point to higher consumer optimism. When consumers are optimistic they tend to purchase more goods and services, which stimulates the economy. | |||||||
| 2008-07-11 | 06:00 | EUR | German WPI | 1.4% | 1.0% | ![]() | |
German WPIThe Wholesale Price Index (WPI) measures the rate of inflation experienced at the wholesale level. The reading represents the monthly change in the average price of a fixed basket of goods and services purchased at the wholesale level. | |||||||
| 2008-07-11 | 11:00 | CAD | Employment Change | 8.4K | 10.0K | ![]() | |
Employment ChangeMeasures the number of new jobs created in the previous month. A rising trend has a positive effect on the nation's currency. The number of new jobs being created is one of the most important indicators of the economy's health because consumer spending, which is highly correlated with labor conditions, makes up a large portion of GDP. This report is the first of the month that relates to labor conditions, making it susceptible to big surprises | |||||||
| 2008-07-11 | 11:00 | CAD | Unemployment Rate | 6.1% | 6.1% | ![]() | |
Unemployment RateMeasures the percentage of the total work force that is unemployed and actively seeking employment. A falling trend has a positive effect on the nation's currency. Working people tend to spend more, and consumer spending is a major driver of the economy. However, unemployment usually draws little attention because traders view it as a lagging indicator. | |||||||
| 2008-07-11 | 12:30 | CAD | Trade Balance | 5.1B | 5.2B | ![]() | |
Trade BalanceMeasures the difference in value between imported and exported goods and services. A positive Trade Balance indicates that more goods and services were exported than imported over a given period. A rising trend has a positive effect on the nation's currency. When higher levels of exports are sold to the world, demand for the nation's currency is elevated as foreigners convert their native currency to purchase the exports. The Trade Balance also has a sizable impact on GDP because high demand for exports creates increased employment and production, as domestic factories work to fill this demand. | |||||||
| 2008-07-11 | 12:30 | CAD | New Housing Price Index | m/m | 0.0% | 0.1% | ![]() |
New Housing Price IndexThe New Housing Price Index (NHPI) measures monthly changes in the selling prices of new residential houses. The NHPI is used as the inflation measure of new home construction. | |||||||
| 2008-07-11 | 12:30 | USD | Trade Balance | -60.9B | -62.5B | ![]() | |
Trade BalanceMeasures the difference in value between imported and exported goods and services. A positive Trade Balance indicates that more goods and services were exported than imported over a given period. A rising trend has a positive effect on the nation's currency. When higher levels of exports are sold to the world, demand for the nation's currency is elevated as foreigners convert their native currency to purchase the exports. The Trade Balance also has a sizable impact on GDP because high demand for exports creates increased employment and production, as domestic factories work to fill this demand. | |||||||
| 2008-07-11 | 12:30 | USD | Import Price Index | m/m | 2.3% | 2.0% | ![]() |
Import Price IndexMeasures the monthly rate of inflation for imported goods. | |||||||
| 2008-07-11 | 13:55 | USD | Prelim Michigan Sentiment | 56.4 | 55.5 | ![]() | |
Prelim Michigan SentimentMeasures Consumer views regarding current and future economic conditions; Usual Effect Actual > Forecast = Good for currency; Frequency Released monthly, around the middle of the current month; FF Notes There are two versions of this report released about 15 days apart – Preliminary and Revised. The Preliminary release is the earliest and thus tends to have the most impact; Also Called University of Michigan Consumer Sentiment, Reuters/Michigan Sentiment; Why Traders Care Released since 1976, it has a track record of predicting consumers' spending habits via their economic attitudes and outlook; Derived Via 500-person telephone survey conducted by the University of Michigan; | |||||||










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